Vorsicht bei langjährigen Miet- & Leasingverträgen!

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Wölfe im Schafspelz

Sie, die Wölfe im Schafspelz, die liebenswürdigen Gastrogerätemietverkäufer, werben mit günstigen Einzelspeisepreisen. Sie gehen davon aus, dass eine gewisse Umsatzmenge täglich über die Gastrotheke geht und rechnen das Angebot für den Gastronom angenehm. Aber was geschieht, wenn das Restaurant oder Café, der Imbiss oder das Speisemobil wegen Krankheit oder Mitarbeitermangel oder Anordnung schließen muss? Wird dann der Verkäufer auch noch so nett und so schnell erreichbar sein, wie beim Verkaufsgespräch? Nein! Dies wird er mit Sicherheit nicht! Er wird sich auf bestehende Verträge berufen und weiß auch sofort wo, welche Fußfessel im Vertrag zu finden ist.

 

Und dann gehen die Probleme los. Die schlaflosen Nächte beginnen und ein Ausweg ist nicht in Sicht.

Es muss wohl überlegt sein, wie Gaststätten- und Kücheneinrichtungen finanziert werden. Gefährliche Stolpersteine lauern überall. Auch hier kann man nur raten sich einen Überblick zu verschaffen und vielleicht sogar erfahrene Gastronomen zu finden, die gern Hilfestellung geben. Hilfestellung bieten auch die regionalen Industrie und Handelskammern und die DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband).

Dem Gastronom wird, wenn er Glück hat, ein Angebot für den Verkauf des Gerätes unterbreitet. Oder der liebe Herr Gerätemietverkäufer Wolf, sie wissen schon, der mit dem Schafspelz, bietet diesen Service liebenswerter Weise selbst an. Ob sich dann dieses Gerät tatsächlich verkaufen lässt und zu welchem Preis, steht jedoch in den Sternen. Beachten muss man auch, dass eventuell anfallende Speditionskosten durch den Gastronom zu tragen sind.

Mietverträge

Dasselbe gilt bei Mietverträgen für Räumlichkeiten. Es ist nicht unbedingt möglich, dass bei Geschäftsaufgabe automatisch der Mietvertrag für die Geschäftsräume auslaufen wird bzw. gekündigt werden kann. Da kann man nur hoffen, dass der liebe Vermieter Mitleid fühlt oder man findet den rettenden Nachmieter gar selbst. Oftmals ist es jedoch so, dass der Vermieter genau weiß, dass es schwer sein wird, einen Nachmieter zu finden. Demzufolge wird er ungern auf 12 oder 24 Monate Miete verzichten. Also klug beim Mietvertragsabschluss handeln. Natürlich wird auch hier der Vermieter mit tausend Argument kommen, weshalb sie schnell unterzeichnen müssen. Und die Euphorie des Neugründers lässt durch die rosarote Brille auf die Welt blicken. Auch hier sorgfältig prüfen. Stehen die Räume schon viele Monate leer, wird die Wahrscheinlichkeit hoch sein, dass ohne ihre Unterschrift auch in absehbarer Zeit keine lukrative Vermietung in Sicht sein wird. Handeln sie klug. Pokern Sie! Warum keinen Mietvertrag über sechs Monate zum Test unterschreiben, mit der Option auf weitere Monate. So kann man als Mieter den Standort erst einmal testen

Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Bei allen Handlungen nicht vergessen, der Einzelunternehmer haftet mit seinem gesamten Vermögen. Das bedeutet, dass bei Schulden, die aus betrieblichen Handlungen entstanden sind, auch das private Vermögen herangezogen werden kann.

 

Ganz wichtig: Es kann gut gehen. Es kann der Umsatzbringer schlechthin sein, aber es muss nicht so sein! Immer mit bedacht und mit Sicherheit verhandeln und keine voreiligen Entscheidungen treffen!

 Den Selbständigen kann man melken bis zum letzten Tropfen.

 

Game Over: Privatinsolvenz

Vielen Gastronomen bleibt dann nur noch der Weg in die Privatinsolvenz. Was aber, wenn man ein Grundstück besitzt, dass schon über viele Generationen im Familienbesitz ist? Was ist, wenn man auch in Zukunft unbedingt kreditwürdig sein möchte, um in dem großen Spiel der Spiele mitspielen zu können? Bei angemeldeter Privatinsolvenz wird man in Zukunft nicht mehr kreditwürdig sein. Es wird ein Schufaeintrag erfolgen und das Spiel des Lebens spielen die anderen.

Also ganz einfach: Zähne zusammenbeißen und durch. Lieber neue Hoffnung schöpfen und neue Wege gehen, als den Weg in die Privatinsolvenz.

Es ist oftmals einfacher gesagt, als getan. Bei manchen Gastronomen half nur eine Konzeptumstellung, bei wieder anderen angepasste Öffnungszeiten oder gar ein Umzug in andere Räumlichkeiten oder gar eine Umstellung des Geschäftsfeldes.

Einen pauschalen Plan kann man nie geben. Hier sind immer individuelle Lösungen gefragt, die zum Gastronom selbst passen müssen. Manchmal sind es aber auch nur fehlende Mitarbeiter, die neue Wege erzwingen und eventuell zusätzliche Schließtage.

 

Eines steht außer Frage:

Der Gastronom muss wie jeder andere Selbständige sein Unternehmen im Blick haben und rechtzeitig agieren.

Wir hoffen dass wir Ihnen helfen konnten und wünschen viel Erfolg dabei ihr Geschäft noch erfolgreicher zu gestalten!

Ihr Team von Gastromenia

 

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